Philipp Melanchthon

Geb. 16. Februar 1497 in Bretten. Neffe des großen humanistischen Gelehrten Johann Reuchlin.

Auf Grund seiner überdurchschnittlichen Begabung wird er bereits mit zwölf Jahren an der Universität Heidelberg immatrikuliert, ist mit 16 Magister Artium und hält Vorlesungen über verschiedene Gebiete der klassischen Philologie.

Am 25. August 1518 beginnt der 21jährige seine Arbeit als Professor an der gerade erst gegründeten neuen Universität in Wittenberg. Hier wird er Kollege, dann Mitarbeiter und schließlich engster Freund des Reformators Martin Luther. Melanchthon treibt die wissenschaftlichen Studien der Reformation auf verschiedenen Ebenen an: seine Schwerpunkte sind die klassischen Sprachen Griechisch und Hebräisch, die historischen und philosophischen Studien und die Pädagogik.

Er ist intensiv am Aufbau vieler Schulen von der Volksschule bis zum Gymnasium und Universität beteiligt. Wegen seiner pädagogischen Impulse für das gesamte Bildungswesen in Deutschland wird er „Präceptor Germaniae“ genannt.

Im theologischen Bereich hat er sich dadurch besonders ausgezeichnet, dass er die erste protestantische Dogmatik verfasst hat: Die Loci Communes, die bis heute eins der bedeutendsten systematischen Dokumente der Reformation sind. – Die Grundlage der protestantischen Bekenntnisse, die sogenannte Confessio Augustana von 1530, stammt überwiegend aus Melanchthons Feder; er hat sie auch auf dem Augsburger Reichstag verteidigt.

Im Jahr 1543 kommt Melanchthon auf Einladung des Kölner Erzbischofs für mehrere Monate auf ein Jagdschloss zwischen Bonn und Köln, um von dort aus die Reformation in Köln vorzubereiten. Dieser Versuch einer Kölner Reformation scheitert aus verschiedenen Gründen. Köln bleibt katholisch und erst nach den Reformen unter französischer Regierung gibt es eine nennenswerte Entwicklung des Protestantismus in Köln.

Die Akademie des Evangelischen Stadtkirchenverbands Köln wird 1961 nach Philipp Melanchthon benannt, um neben seiner Rolle als bedeutendster Pädagoge und vermittelnder Theologe der Reformation auch an seine Berührung mit der Kölner Stadtgeschichte zu erinnern.