Programm

Wie kann das Lieferkettengesetz wirken?

Beispiel Textilsektor

Vermeidbare Todesfälle, Hungerlöhne und Repression von Gewerkschaften in den Lieferketten deutscher Konzerne haben zum Lieferkettengesetz geführt. Die Erkenntnis: Freiwillige Maßnahmen der Konzerne bleiben meist wirkungslos, es braucht verbindliche Vorgaben für alle Unternehmen.
Beispielhaft steht hierfür die Textilbranche, die ihre Produktion in Länder mit Niedriglöhnen ausgelagert hat, die Wertschöpfung aber nicht angemessen teilt. Die tödlichen Folgen, wenn selbst minimale Arbeits- und Sicherheitsstandards nicht eingehalten werden, hatte der Einsturz der Textilfabrik Rana Plana (https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/bangladesch-zehn-jahre-rana-plaza-unglueck-textilindustrie-arbeitsbedingungen) gezeigt, bei dem am 24. April 2013 über 1.000 Menschen ums Leben kamen. Trotz großer Risse im Mauerwerk hatten dort Menschen Kleidung für Primark, KiK oder C&A produziert. Der Fall löste auch zum Teil ein Umdenken bei den deutschen Modekonzernen aus. Aber nicht von alleine: Vor allem wegen kaum vorhandenen Brandschutzes starben mehr als 250 Arbeiter*innen beim schlimmsten Fabrikbrand in Asien bei Ali Enterprise in Pakistan am 11. September 2012 (https://handel.verdi.de/themen/international/++co++22b98af8-7f0c-11e6-a0d9-525400438ccf). Der bis heute einzig bekannte Kunde: KiK. Es brauchte jahrelange öffentliche Proteste, bis KiK Entschädigungszahlungen an die Opfer und Angehörigen der getöteten Beschäftigten zustimmte. Als das Landgericht Dortmund eine Zivilklage gegen KiK Anfang 2019 nur mit der Begründung der Verjährung abwies, kommunizierte auch KiK auf einmal öffentlich und dann immer wieder (https://rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/erste-deutsche-unternehmen-fordern-lieferkettengesetz_aid-37996657), dass eine klare gesetzliche Regelung zur Sorgfaltspflichten gegenüber Zulieferern zwecks Rechtsklarheit auch im eigenen Konzerninteresse liege.
 
 
Ob und inwieweit das deutsche Lieferkettengesetz bisher und in Zukunft eine Wirkung entfalten kann, möchten wir auf unserer Jahrestagung 2024 diskutieren. Dies möchten wir anhand konkreter Fälle aus der Modebranche und den bisherigen Reaktionen und Maßnahmen deutscher Konzerne wie Hugo Boss, Adidas oder Zalando diskutieren, wie konkrete Verbesserungen für Betroffene vor Ort umgesetzt werden können. Seinen diesjährigen Henry-Mathews-Preis verleiht der Dachverband auf der Jahrestagung an die Nichtregierungsorganisation Femnet und deren Gründerin Dr. Gisela Burckhardt.
Jahrestagung des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre
In Kooperation mit der Melanchthon-Akademie

Sa, 14.09. 11-16 (6 UStd)

Dieser Kurs ist kostenlos.
Nr. 2219H

Haus der Ev. Kirche, Kartäusergasse 9-11

Melanchthon-Akademie

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Eine Karte für die Veranstaltung erhalten Sie an der Abendkasse.

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